Von der Gründung bis in die 1964

Nach zwei Protokollen über die in den Jahren 1812 und 1817 durchgeführten „Feuerschauen“ geht die älteste Aktennotiz bis ins Jahr 1843 zurück. Es heißt im Protokoll einer Magistratsverhandlung vom 23. März, dass die bei einem Scheunenbrand beschä- digten Feuereimer aus Leder zu reparieren seien. Auch wurde eine genaue Nummerierung dieser Feuereimer entsprechend der Hausnummern gefordert. Mit Bildung der freiwilligen Feuerwehren machten sich ortseigene Feuerlöschordnungen notwendig, so auch in Gadebusch. Diesem Zweck diente eine gemeinsame Rats- und Bürgerausschusssitzung am 24. Juli 1874. Wenige Tage danach fanden sich 21 Männer, ausschließlich Mitglieder des hiesigen Männergesangsverein, auf Geheiß des Bürgermeis- ters zusammen. Zu ihrem Hauptmann wählten sie Staatssekretär Müller. Unter seinem Nachfolger Bader Güthe, stieg die Mitgliederzahl schnell an. Ein Protokoll vom 1. November 1875 zählte 46 Wehrmitglieder.

Als Wehrführer in Gadebusch wurden bis in die 30er Jahre benannt:

  • Färbermeister Teigler
  • Schumachermeister Maaß
  • Malermeister Köhler
  • Zimmerpolier W. Möller
  • Friseur Hartwig und
  • Kaufmann Brandenburg

Von 1880 – 1930 bekämpfte die Gadebuscher Feuerwehr rund 140 größere bis große Brände.

Am 02.05.1912 verbreitet eine große Feuersbrunst in Gadebusch Angst und Schrecken. In der Färberstraße brach mittags ein Brand aus, der sich schnell ausbreitete, und 14 Häuser mit den dazugehörigen Nebengebäuden erfasste. Sogar die Schweriner Feuerwehr mit ihrer Dampfspritze musste eingreifen.

Laut einer Stadtakte wurden folgende Gebäude vernichtet: die Häuser des Kaufmanns Mirow, des Maurers Kähler, des Fuhrunternehmers Bick, sowie das Haus des Kaufmanns Bastian und das Hotel „Stadt Hamburg“ am Markt. Auch alle Hintergebäude wurden Opfer der Flammen. Im Feuerwehrbericht von damals hieß es: „Bis jetzt hatten Maurer und Zimmerleute keine Arbeit gehabt; nun war das Baugewerbe gesegnet.

Damals waren Brandbekämpfung und Handwerk eng miteinander verknüpft. Am folgenden Beispiel soll diese Tatsache veranschaulicht werden.

Die Sattler kümmerten sich damals um die Schläuche, während die Schmiedemeister als Brandmeister fungierten. Die Maurer hatten zwecks Eindämmung der Brände die angrenzenden Gebäude einzureißen.

Im Jahre 1929 sind drei verheerende Großbrände im Brandregister vermerkt. Die kurz davor erfolgte Umstellung von Hand – auf Kraftbetrieb erforderte zusätzliche Arbeit, galt es doch, alle Mitglieder mit den neuen Einrichtungen vertraut zu machen. Es begann ein großes praktisches Umdenken, eine Voraussetzung, die auch die Gadebuscher Wehr zu einer aktionsfähigen Einrichtung weiterführte. Auch in den dreißiger Jahren wurde die hohe Einsatzbereitschaft der Wehr oft auf die Probe gestellt. Deshalb legte die Löschdeputation (Sonderausschuss einer Behörde) aus Schwerin großen Wert auf ständige Auswertung und Unterweisung. So führten die 41 aktiven Mitglieder der Gadebuscher Feuerwehr 1930 fünfzehn Versammlungen und vier Übungen durch. Hinzu kamen zusätzlich eine Sanitätsinstruktion.

Insgesamt fünfzig nennenswerte Brandbekämpfungen weist die Statistik für die 30iger Jahre aus. Am 25. Februar 1939 gab es beispielsweise in Groß Brütz einen Großbrand, bei den trotz 16 stündigen Einsatz mit allen verfügbaren technischen Geräten nichts mehr zu retten war.

Als sich die Mitglieder der Gadebuscher Feuerwehr anschickten, im August 1924 ihr 50jähriges Bestehen zu feiern, wurden sie zu verschiedenen Brandstellen gerufen. Dennoch ließen sie sich nicht von Ihren Vorbereitungen abhalten. Die Feierlichkeiten standen denen zum Verbandstreffen der mecklenburgischen Feuerwehren 1892 in Gadebusch keineswegs nach. Der damalige Wehrführer Brandenburg erwarb sich während seines langjährigen Wirkens große Verdienste. Sein Bestreben, moderne Löschgeräte anzuschaffen, fand beim Magistrat wenig Gehör. Ende 1924 entschloss er sich, eine zweirädrige Motorspritze zu kaufen. Sie wurde am 12. Januar 1925 übergeben. Noch im gleichen Jahr erklärte sich die Gadebuscher Wehr mit einem Antrag des Amtes Schwerin einverstanden, den Löschbezirk bis zu der Linie Brüsewitz, Eulenkrug, Groß Welzin und Klein Welzin auszudehnen. Für diese Bereitschaft stellte Schwerin einen Automobil– Löschzug zur Verfügung. Es sollten noch etliche Jahre vergehen, bis ein modernerer Mannschafts- und Gerätewagen zur Verfügung gestellt werden konnte. Wenige Monate später erfolgte dann die Verabschiedung eines langjährig bewährten Wehrleiters. Am 1. Juli dieses Jahres hatte der Kaufmann Hermann Brandenburg die Altersgrenze erreicht. 33 Jahre, davon allein 28 in leitenden Funktionen in der Wehr, hatte dieser hochverdiente Hautbrandmeister einem so verantwortungsvollen Ehrenamt gewidmet.

Ebenso wie der sieben Jahre zuvor ausgeschiedene Hauptwehrleiter Krickhuhn, welcher 32 Jahre sein Ehrenamt bei der Gadebuscher Wehr leistete, wurde auch Brandenburg zum Ehrenmitglied ernannt. Die Aufgaben des Wehrleiters übernahm zu dieser Zeit der Kamerad Ernst Niehus, Inhaber der Schuhfabrik in der Mühlenstraße.

Auch im Feuerlöschwesen galt es nach Beendigung des zweiten Weltkrieges völlig neu anzufangen. Es war ein schwerer Neuanfang, bedingt durch den Krieg ging die Zahl der aktiven Mitglieder zurück. Dennoch war die Wehr unter Leitung des Schuhmachers Niehus bemüht, ihrer Verantwortung gegenüber gerecht zu werden. Meldungen aus dem Jahre 1947 ergeben, dass sich die Zahl der Mitglieder wiederum auf 30 erhöhte. Zu dieser Zeit löste der Stellmachermeister Otto Frahm seinen Vorgänger als Wehrleiter ab. Die Erhöhung der Zahl der Mitglieder der Gadebuscher Wehr war wie überall um so erforderlicher, als sich auch hier gerade in den ersten Nachkriegsjahren die Zahl der Brände wesentlich erhöhte. Waren es in den 30iger Jahren 44 Brände, stieg die Zahl in den 40igern schon auf 64 und in den 50igern gar auf 78 Brände.

Über die schnelle Einsatzbereitschaft der Gadebuscher Wehr sagt ein Bericht aus dem Jahre 1955 aus, dass die Zeit des Ausrückens bei Alarm fünf bis sechs Minuten betrug. Damit war erweisen, die Gadebuscher war in der näheren wie auch in der weiteren Umgebung eine der schnellsten Wehren. Die nach 1945 erfolgreich bekämpften 200 Brände, darunter auch das Großfeuer, das am 16. Januar 1979 die Gaststätte „Fortschritt“ am Markt vollständig vernichtete, beweisen, dass auf die Freiwillige Feuerwehr Gadebusch jederzeit Verlass ist. Doch nicht nur der schnelle Einsatz ist für eine Wirksame Brandbekämpfung entscheidend, sondern auch die vorhandenen technischen Gerät und Ausrüstungen. So wurde besonderes nach 1970 eine Reihe neuer Löschfahrzeuge der Gadebuscher Wehr zugeführt. Seit 1974 waren es Löschfahrzeuge folgender Typen: ein LF 16, ein LO- LF8 und ein Tanklöschfahrzeug TLF16.

Mit der Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Gadebusch waren seit 1945 nacheinander betraut:

  • Stellmachermeister Frahm
  • Friseuermeister Wiencke
  • Klempnermeister Ewers und
  • Schornsteinfegermeister Behrens
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